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	<title>Kommentare zu: &#8222;Yes&#8220; or &#8222;No&#8220; &#8211; Ireland&#8217;s vote for the Lisbon treaty</title>
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	<description>Mein neues Leben auf der grünen Insel</description>
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		<title>Von: dunaengus</title>
		<link>http://irischestagebuch.wordpress.com/2008/06/09/yes-or-no-irelands-vote-for-the-lisbon-treaty/#comment-30</link>
		<dc:creator>dunaengus</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2008 10:21:07 +0000</pubDate>
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		<description>Polen und Iren:
ja die Polen sind hier die grösste Einwanderergruppe und die einzige, die sich nicht nur auf Dublin konzentriert sondern sich bis in die hintersten Winkel des Landes ausgebreitet hat. Es gibt hier sogar ne polnische Tageszeitung.

Man sollte ja meinen, da beide &quot;weiss und katholisch&quot; wären, müssten die sich ja bestens verstehen, dem ist aber überhaupt nicht so.

Meine Erfahrung ist, dass die Polen hier in Irland überhaupt nicht integriert sind, was definitiv an beiden Seiten liegt: die ewigen Auswanderer haben sich bis heute noch nicht daran gewöhnt, dass sie nun ein Einwanderungsland sind, und die Polen bleiben lieber unter sich. In Deutschland würde man hier sofort von &quot;Parallelgesellschaft&quot; sprechen - und es wäre nichtmal falsch.

(Ich bin da aber vorsichtig, denn sind alle Deutschen in Deutschland &quot;integriert&quot;? Ist der Hamburger Hafenpunker, der in ein oberbayrisches Dorf zieht, dort nicht mehr Ausländer als der örtliche Dönerbudenbetreiber? Daher bin ich mit solchen Begriffen vorsichtig, sie werden nämlich idR immer nur &quot;rassisch&quot; gebraucht...)

Mit hiesigen Polen habe ich noch nichts zu tun gehabt, von so manchem Iren jedoch schon sehr polenfeindliche Äusserungen (oder &quot;Unterschwingungen&quot; in Gesprächen) gehört.

Die Iren leben ja auch noch in derselben Illusion wie Frankreich und Deutschland in den 50er-Jahren: dass die Einwanderer nur vorübergehend hier seien. Auch im TV wird gerne und regelmässig erwähnt, dass die ersten Polen ja wieder zurück gingen... haha...

Demokratie:
ist zu kostbar um sie dem Volk zu überlassen. Paradox? Das ganze Leben ist ein Paradox. In Algerien sind Anfang der 90er-Jahre die Islamisten demokratisch an die Macht gekommen, die hatten laut getönt, dass sie nach der Machtergreifung mit demokratischen Mitteln diese dann auch abzuschaffen gedächten.
Was folgte war, dass die Militärs das Ruder an sich rissen und das Land in einen blutigen Bürgerkrieg mit hundertausenden von Toten gerissen wurde (wird in Deutschland gerne übersehen, der Balkan war dort wichtiger als der Maghreb).

Hätten wir Volksentscheide gehabt, als es um das deutsche Grundgesetz ging, hätten vielleicht auch  die meisten dagegen gestimmt.

Will heissen: Finger weg von &quot;direkter Demokratie&quot;!
Es ist genug, dass wir die Verbrecher, welche uns regieren, regelmässig ab- und zurückwählen können. Wenn man dann noch bei Einzelentscheidungen Volkes Stimme befragt, ist der Demagogie hier Tür &amp; Tor geöffnet.

Alle die nach mehr &quot;direkter Demokratie&quot; rufen halte ich für naive, pseudolinke Träumer, pragmatisch ist das alles nicht...

Inzwischen ist in Irland ja schon so mancher empört darüber, dass sich die Rest-EU unter Deutschland und Frankreich dahingehend äussert, dass man Irland dann halt aussen vor lässt. Die sind hier tatsächlich so unverschämt eigenbezogen, dass sie glauben, ein nationaler Volksentscheid könnte die gesamte Rest-EU in eine bestimmte Richtung zwingen...tststs...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Polen und Iren:<br />
ja die Polen sind hier die grösste Einwanderergruppe und die einzige, die sich nicht nur auf Dublin konzentriert sondern sich bis in die hintersten Winkel des Landes ausgebreitet hat. Es gibt hier sogar ne polnische Tageszeitung.</p>
<p>Man sollte ja meinen, da beide &#8222;weiss und katholisch&#8220; wären, müssten die sich ja bestens verstehen, dem ist aber überhaupt nicht so.</p>
<p>Meine Erfahrung ist, dass die Polen hier in Irland überhaupt nicht integriert sind, was definitiv an beiden Seiten liegt: die ewigen Auswanderer haben sich bis heute noch nicht daran gewöhnt, dass sie nun ein Einwanderungsland sind, und die Polen bleiben lieber unter sich. In Deutschland würde man hier sofort von &#8222;Parallelgesellschaft&#8220; sprechen &#8211; und es wäre nichtmal falsch.</p>
<p>(Ich bin da aber vorsichtig, denn sind alle Deutschen in Deutschland &#8222;integriert&#8220;? Ist der Hamburger Hafenpunker, der in ein oberbayrisches Dorf zieht, dort nicht mehr Ausländer als der örtliche Dönerbudenbetreiber? Daher bin ich mit solchen Begriffen vorsichtig, sie werden nämlich idR immer nur &#8222;rassisch&#8220; gebraucht&#8230;)</p>
<p>Mit hiesigen Polen habe ich noch nichts zu tun gehabt, von so manchem Iren jedoch schon sehr polenfeindliche Äusserungen (oder &#8222;Unterschwingungen&#8220; in Gesprächen) gehört.</p>
<p>Die Iren leben ja auch noch in derselben Illusion wie Frankreich und Deutschland in den 50er-Jahren: dass die Einwanderer nur vorübergehend hier seien. Auch im TV wird gerne und regelmässig erwähnt, dass die ersten Polen ja wieder zurück gingen&#8230; haha&#8230;</p>
<p>Demokratie:<br />
ist zu kostbar um sie dem Volk zu überlassen. Paradox? Das ganze Leben ist ein Paradox. In Algerien sind Anfang der 90er-Jahre die Islamisten demokratisch an die Macht gekommen, die hatten laut getönt, dass sie nach der Machtergreifung mit demokratischen Mitteln diese dann auch abzuschaffen gedächten.<br />
Was folgte war, dass die Militärs das Ruder an sich rissen und das Land in einen blutigen Bürgerkrieg mit hundertausenden von Toten gerissen wurde (wird in Deutschland gerne übersehen, der Balkan war dort wichtiger als der Maghreb).</p>
<p>Hätten wir Volksentscheide gehabt, als es um das deutsche Grundgesetz ging, hätten vielleicht auch  die meisten dagegen gestimmt.</p>
<p>Will heissen: Finger weg von &#8222;direkter Demokratie&#8220;!<br />
Es ist genug, dass wir die Verbrecher, welche uns regieren, regelmässig ab- und zurückwählen können. Wenn man dann noch bei Einzelentscheidungen Volkes Stimme befragt, ist der Demagogie hier Tür &amp; Tor geöffnet.</p>
<p>Alle die nach mehr &#8222;direkter Demokratie&#8220; rufen halte ich für naive, pseudolinke Träumer, pragmatisch ist das alles nicht&#8230;</p>
<p>Inzwischen ist in Irland ja schon so mancher empört darüber, dass sich die Rest-EU unter Deutschland und Frankreich dahingehend äussert, dass man Irland dann halt aussen vor lässt. Die sind hier tatsächlich so unverschämt eigenbezogen, dass sie glauben, ein nationaler Volksentscheid könnte die gesamte Rest-EU in eine bestimmte Richtung zwingen&#8230;tststs&#8230;</p>
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		<title>Von: Don Rosa</title>
		<link>http://irischestagebuch.wordpress.com/2008/06/09/yes-or-no-irelands-vote-for-the-lisbon-treaty/#comment-29</link>
		<dc:creator>Don Rosa</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Jun 2008 05:21:17 +0000</pubDate>
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		<description>Ist ja leider nichts neues, dass die vox populi Objekt der Demagogie ist. Da muss man als Demokrat schon ordentlich mit den Zähnen knirschen, eine Wahl ist eine Wahl und pro forma hat ja der &quot;Volkswille&quot; entschieden, unabhängig von der Willensbildung.

Ist ja alles andere als Irland-exklusiv, wie das läuft, gerade in Hinsicht EU. In Polen und Tschechien findet man ganz ähnliche Geschichten, und auch da mobilisiert man Gegner grundsätzlich leichter als Befürworter. Ziemlich ärgerliche Angelegenheit, egal wo es um was geht...

(Polen und Iren, da haben sich zwei gefunden übrigens *kratz*)

Ich schätze, dass die Iren wohl jetzt erstmal die EU mächtig ins Straucheln gebracht haben, aber mich würde nicht wundern, wenn das auf sie zurückfiele. Vielleicht sehen die Leute ja dann, was man an der EU hatte.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ist ja leider nichts neues, dass die vox populi Objekt der Demagogie ist. Da muss man als Demokrat schon ordentlich mit den Zähnen knirschen, eine Wahl ist eine Wahl und pro forma hat ja der &#8222;Volkswille&#8220; entschieden, unabhängig von der Willensbildung.</p>
<p>Ist ja alles andere als Irland-exklusiv, wie das läuft, gerade in Hinsicht EU. In Polen und Tschechien findet man ganz ähnliche Geschichten, und auch da mobilisiert man Gegner grundsätzlich leichter als Befürworter. Ziemlich ärgerliche Angelegenheit, egal wo es um was geht&#8230;</p>
<p>(Polen und Iren, da haben sich zwei gefunden übrigens *kratz*)</p>
<p>Ich schätze, dass die Iren wohl jetzt erstmal die EU mächtig ins Straucheln gebracht haben, aber mich würde nicht wundern, wenn das auf sie zurückfiele. Vielleicht sehen die Leute ja dann, was man an der EU hatte.</p>
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	<item>
		<title>Von: dunaengus</title>
		<link>http://irischestagebuch.wordpress.com/2008/06/09/yes-or-no-irelands-vote-for-the-lisbon-treaty/#comment-28</link>
		<dc:creator>dunaengus</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 19:00:58 +0000</pubDate>
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		<description>Tja, was will man von einem Volk, dass in der Hauptsache aus trinksüchtigen und selbstbezogenen Ignoranten besteht auch anderes erwarten...
Für die meisten Iren ist die EU - ähnlich wie bei den Briten - eine Art Freihandelszone, also ein Selbstbedienungsladen. 

Auch zwei Tage nach der Wahl hat man hier nicht kapiert, wie katastrophal dieses Ergebnis für die EU ist...

So langsam plädiere ich dafür, eine zweigeteilte EU zu konstruieren und Raffgier-Länder wie Irland oder GB aus den internen Entwicklungen von vorne herein auszuschliessen. Das oft gefürchtete &quot;Europa der zwei Geschwindigkeiten&quot; scheint mir der einzig praktikable Ausweg.

Eine weitere Lektion, die man auch aus diesem Referendum lernen kann: traut bei wirklich fundamentalen Entscheidungen bitte der sogenannten &quot;Volksstimme&quot; nicht!

Hier in Irland war der gesamte Wahlkampf eine Mischung aus Ignoranz und Angstbeisserei. Die Strassen waren voll von Plakaten beider Lager, und wo die &quot;Vote YES&quot;-Lager keine greifbaren Argumente hatten, spielten die &quot;NO-Sager&quot; ganz unverschämt mit den Ängsten der Leute.

Zwar war die Wahlbeteiligung erstaunlich hoch (und in Dublin hatte wohl eine Mehrheit für Lissabon gestimmt), aber wie überall sind die Extremisten einfach leichter zu mobilisieren...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, was will man von einem Volk, dass in der Hauptsache aus trinksüchtigen und selbstbezogenen Ignoranten besteht auch anderes erwarten&#8230;<br />
Für die meisten Iren ist die EU &#8211; ähnlich wie bei den Briten &#8211; eine Art Freihandelszone, also ein Selbstbedienungsladen. </p>
<p>Auch zwei Tage nach der Wahl hat man hier nicht kapiert, wie katastrophal dieses Ergebnis für die EU ist&#8230;</p>
<p>So langsam plädiere ich dafür, eine zweigeteilte EU zu konstruieren und Raffgier-Länder wie Irland oder GB aus den internen Entwicklungen von vorne herein auszuschliessen. Das oft gefürchtete &#8222;Europa der zwei Geschwindigkeiten&#8220; scheint mir der einzig praktikable Ausweg.</p>
<p>Eine weitere Lektion, die man auch aus diesem Referendum lernen kann: traut bei wirklich fundamentalen Entscheidungen bitte der sogenannten &#8222;Volksstimme&#8220; nicht!</p>
<p>Hier in Irland war der gesamte Wahlkampf eine Mischung aus Ignoranz und Angstbeisserei. Die Strassen waren voll von Plakaten beider Lager, und wo die &#8222;Vote YES&#8220;-Lager keine greifbaren Argumente hatten, spielten die &#8222;NO-Sager&#8220; ganz unverschämt mit den Ängsten der Leute.</p>
<p>Zwar war die Wahlbeteiligung erstaunlich hoch (und in Dublin hatte wohl eine Mehrheit für Lissabon gestimmt), aber wie überall sind die Extremisten einfach leichter zu mobilisieren&#8230;</p>
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	<item>
		<title>Von: Don Rosa</title>
		<link>http://irischestagebuch.wordpress.com/2008/06/09/yes-or-no-irelands-vote-for-the-lisbon-treaty/#comment-27</link>
		<dc:creator>Don Rosa</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 23:44:24 +0000</pubDate>
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		<description>Tja, da hattest du wohl leider recht...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Tja, da hattest du wohl leider recht&#8230;</p>
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